Als ich 2018 meine erste Gruppenreise selbst begleitet habe, war mir noch nicht bewusst, was diese Reise in mir auslösen würde. Ich hatte Kunden meines Reisebüros dabei und wollte vor allem eines: dass alles gut läuft.

Was ich stattdessen erlebt habe, war mehr als eine gelungene Reise. Ich habe gemerkt, wie viel Reisefreiheit entstehen kann, wenn Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammen unterwegs sind. Wie viel leichter Erleben wird, wenn man sich nicht kümmern muss. Und wie sehr eine gute Reiseform verbindet – ganz ohne Zwang.

Doch ich hatte Blut geleckt.

Pläne, Vorfreude – und dann der Stillstand

Zurück von dieser Reise habe ich sofort die nächste Gruppenreise geplant. Namibia, Botswana und Simbabwe sollten es werden. Abreise: März 2020.

Einen Tag vor dem Abflug wurde die Reise abgesagt.
Was dann kam, kennen wir alle. Corona hat die Welt zum Stillstand gebracht. Reisen war plötzlich nicht mehr möglich. Grenzen schlossen, Flugzeuge blieben am Boden. Und mit jedem Tag wurde deutlicher, wie fragil vieles ist, was wir für selbstverständlich halten.

Diese Wochen und Monate haben mich tief getroffen. Nicht nur beruflich, sondern persönlich. Zu erleben, wie schnell Reisefreiheit verschwinden kann – dieses Privileg, unterwegs zu sein und die Welt zu entdecken – hat meinen Blick nachhaltig verändert.

Der Augenblick, der alles zurückgebracht hat

Im August 2020 saß ich zum ersten Mal wieder in einem Flugzeug.
Abflug Düsseldorf.

Das Flugzeug rollte, beschleunigte und hob ab.
In genau diesem Moment liefen mir die Tränen über die Wangen.

Bis heute werde ich emotional, wenn ich daran denke.
Nicht aus Angst, sondern aus Erleichterung und Dankbarkeit.

Es ging wieder los.
Nicht uneingeschränkt, nicht wie früher – aber es ging los.

Und in diesem Augenblick hat sich ein Gedanke fest bei mir verankert.

Ich schiebe nichts mehr auf

Seitdem weiß ich: Ich verschiebe keine Reisen mehr auf irgendwann.

Nicht auf später.
Nicht auf „wenn es besser passt“.
Nicht auf die Rente, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder wenn gerade weniger los ist.

Denn wir leben im Jetzt. Und wir haben während der Pandemie schmerzhaft erfahren, wie schnell sich Möglichkeiten verändern können. Unsere Reisefreiheit ist ein wahres Geschenk.

Wenn der Wunsch da ist, wenn die Sehnsucht ruft und wenn man sich eine Reise leisten kann oder leisten möchte, dann findet sich auch die Zeit dafür. Alles andere sind Gründe, die wir uns selbst erzählen, um zu warten.

Ich möchte nicht warten.

Warum sich mein Blick auf Reisen verändert hat

Diese Lektion hat auch meinen beruflichen Fokus verändert.
Heute gestalte ich Reisen bewusster, intensiver und mit einem höheren Erlebniswert.

Reisen, von denen man nicht nur mit Fotos zurückkommt, sondern reicher, als man losgefahren ist. Mit neuen Perspektiven, mit Erinnerungen, die bleiben, und mit dem Gefühl, etwas fürs Leben gelernt zu haben.

Vielleicht spielt dabei auch meine Erfahrung eine Rolle.
Seit 2007 plane ich für meine Kunden Reisen – diese besondere Zeit im Jahr, auf die man sich lange freut und die idealerweise noch lange nachwirkt.

Reisefreiheit bedeutet für mich heute genau das: unterwegs sein zu dürfen, ohne inneren Druck, ohne ständiges Müssen. Mit Raum für Erleben, für Tiefe und für das, was sich unterwegs zeigt.

Denn Reisen bedeutet für mich mehr, als von A nach B zu kommen.
Es bedeutet, die Welt mit anderen Augen zu sehen, den eigenen Horizont zu erweitern und sich selbst ein Stück näherzukommen.

Warum ich das teile

Ich teile diese Geschichte, weil sie erklärt, warum ich heute so arbeite, wie ich arbeite.
Und warum mir besondere Reisen so wichtig sind.

Nicht, weil sie weiter führen.
Sondern weil sie tiefer gehen.

Wenn daraus andere ermutigt werden, nicht länger zu warten, sondern Chancen zu ergreifen, wenn sie sich zeigen, dann ist das genau das, worum es hier geht. Das gilt für alle Lebensbereiche.

Und wenn sich jemand darüber hinaus für neue Formen des Reisens öffnet und sich von echten Erlebnissen inspirieren lässt, dann erfüllt mich das mit großer Freude.

Vielleicht erkennst du dich in diesen Gedanken wieder.
Dann findest du auf meinen Seiten zu Gruppenreisen, Reiseinspirationen und Individualreisen genau die Reiseformen, in denen diese Haltung gelebt wird – persönlich begleitet oder individuell für dich gestaltet.